Geschichtsverein Eisenach e.V. © zuletzt geändert am :  03.08.2016 / 14:38 Uhr   | Impressum

Hoch über der Stadt und dem Ankommenden schon bald ins Auge fallend, steht eines der größten Einzeldenkmale Eisenachs: das Burschenschafts-denkmal. Gewidmet ist es den Angehörigen der verschiedenen deutschen Burschenschaften, die in den Kriegen, welche Preußen und Deutschland gegen Dänemark, Österreich und Frankreich zwischen 1864 und 1870 um die Herstellung eines einheitlichen deutschen Nationalstaates führte, gefallen sind. Die Traditionen, die die Burschenschaften mit Eisenach verbinden, reichen allerdings schon in den Oktober 1817 zurück. Damals versammelten sie sich am Fuß der Wartburg, um hier ihre Forderung nach der Schaffung eines einheitlichen deutschen Staates zu postulieren. Seit dem kamen sie mit ziemlicher Regelmäßigkeit hierher zurück, um ihre Jahrestreffen in Eisenach durchzuführen.

In den Achtzigern des 19. Jahrhunderts entstand die Idee für das Denkmal. Das Hauptproblem war die Beschaffung des Geldes. Jahrelang wurde gesammelt; mancher architektonische Entwurf gesichtet und wieder verworfen. Am 8. Juni 1897 legte man auf dem Wartenberg den Grundstein für das Denkmal. Hier hatten sich bereits 1817 die Burschenschafter versammelt. Später verwarf man den Standort aber wieder. Als Alternative bot sich die Göpelskuppe, im Besitz der Eisenacher Unternehmerfamilie Bornemann, an. Und hier begannen schließlich 1900 die Bauarbeiten nach den Entwürfen des Dresdener Architekten Wilhelm Kreis. Fertiggestellt war das Monument 1902. Die Bauarbeiten realisierte die Eisenacher Firma Gustav Stein. Die Innenausgestaltung lag in den Händen mehrere Künstler. Das Deckengemälde und die Fenster schuf Otto Gussmann, die heute nicht mehr vorhandenen Statuen im Inneren (Kaiser Wilhelm I., Kanzler Otto von Bismarck, Großherzog Carl August sowie die Generale Moltke und Roon) wurden von Selmar Werner, August Hudler und Hermann Hosaeus modelliert.

Der Bau bildet einen klassischen Rundtempel. Neun dorisierende Säulen von fast 14 Metern Höhe symbolisieren die einzelnen Burschenschaften. Im oberen Teil sind in Halbplastik die Köpfe Armin des Cheruskers, Karls des Großen, Martin Luthers, Albrecht Dürers, Johann Wolfgang von Goethes und Ludwig van Beethovens zu sehen.

Eine wechselvolle Geschichte prägte das am 22. Mai 1902 eingeweihte Denkmal in der Folgezeit. Erhielt es 1933 an seinem Fuß eine weitere Gedenkstätte, die, an die gefallenden Burschenschafter des Ersten Weltkrieges erinnernd, 1945 teilweise beseitigt wurde, so vermochte man nach 1945 lange Zeit nichts rechtes mit dem Bau anzufangen. Inhaltlich wollte man sich nicht mit dem Gedankengut der Burschenschaften identifizieren, und so gab es Pläne, das Denkmal abzureißen oder zu einer Sternwarte umzugestalten. 1991 erhielten die Burschenschaften das Denkmal wieder zurück. Seit dem wurde es schrittweise saniert. Heute bildet es einen wichtigen, aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenkenden Anziehungspunkt sowohl für Gäste Eisenachs wie auch für die Einheimischen selbst.


Das Burschenschaftsdenkmal

Herzlich willkommen beim Geschichtsverein Eisenach e.V.

Die Kriegsereignisse von 1866 im Eisenacher Land

Otto-Wilhelm Könitzer


13.09.2016 18:30 Uhr

Nachruf Horst Meißner


Der Eisenacher Geschichtsverein trauert um sein langjähriges Vereins- und Vorstandsmitglied, Horst Meißner. Er verstarb am 21.12.2015 im Alter von 83 Jahren. Erst Anfang 2014 hatte er sich nach 13 Jahren, aus Altersgründen,  aus der Vorstandarbeit zurückgezogen.

Im Vorstand wirkte er als Schriftführer und hat in diesen Jahren zahlreiche Exkursionen stets akribisch vorbereitet sowie inhaltlich und kurzweilig begleitet.

Horst Meißner brachte sich stets mit kritischen und konstruktiven Beiträgen ein und war einer, der nicht nur kritisierte, sondern jemand, der sich immer auch bemüht hat, Lösungsansätze aufzuzeigen und der dazu beitrug, die Lösungen auch selbst inhaltlich zu realisieren. Es war stets ein gutes und vertrauensvolles Miteinander und man schätzte ihn für die Stringenz seiner Arbeitsweise und seinen Humor.


Durch die Kriegsjahre geprägt, musste er mit 14 Jahren, ein Jahr nach Kriegsende, seine schlesische Heimat verlassen. Gerade auch daher lag ihm der Frieden und die Verständigung der Menschen stets am Herzen.

 

Der Vorstand