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Di 08.04.2014 18:30 Uhr

Vortrag : Karl - Heinz Dietze

Eisenacher Kriminalgeschichte

Kriminalgeschichte der besonderen Art präsentierte Karl-Heinz Dietze in der jüngsten Veranstaltung des Eisenacher Geschichtsvereins. Raub, Mord und Diebstahl waren auch in früheren Zeiten keine Seltenheit.

Das Stadtgericht, das für den inneren Frieden zu sorgen hatte, hatte immer zu tun. Verfolgt wurden deshalb alle Verletzungen des Stadtfriedens. Verboten waren z. Bsp. das Tragen von Waffen, Wegelagerei, Wucher, unzüchtige Reden, Diebstahl, falsches Gewicht, Waldfrevel, Gotteslästerung und natürlich Mord und Totschlag.

Eisenachs Stadtgericht befasste sich aber auch nicht nur mit direkten Straftaten, sondern auch mit Erbrecht und der Schuldentilgung, die ein gerichtliches Einschreiten nötig machten.


Gefängnisse gab es in unserer Stadt mehrere. Wie in anderen Gemeinwesen auch, dienten Tor- und Wachtürme der Stadtbefestigung als Gewahrsam. So waren z. Bsp. das Nikolaitor, das Predigertor und auch das Georgentor zur Aufnahme von Gefangenen eingerichtet.

 

Das Nikolaitor war nur für städtische Bürger bestimmt, Das Predigertor war die Stätte, in der schwere Vergehen und Verbrechen verbüßt wurden. Sie befand sich links unter dem Tor. „Wer hineinkommt, muss sich tief bücken, besonders, wenn er von länglicher Statur ist“. Etwa 1,50 m waren die Zellen hoch. Nicht zu vergessen zwei im Kanzleigebäude, die Gelbe Stube im Rathaus- um nur einige zu nennen.

Ursprünglich befand sich die Richtstätte vor dem Georgentor, wo sich der ehemalige „Stern“ sich befand. Landgraf Hermann, so alte Überlieferungen, hatte um 1214 einen Alptraum, in dem ihm die hingerichteten Verbrecher erschienen. Er ließ deshalb den Galgen niederreißen, um an seiner Stelle das Katharinenkloster zu errichten. Der Galgen wurde vor das Nikolaitor auf den Berg verlegt, der den Namen Galgenberg erhielt. Heute trägt der Berg den hübschen Namen „Goldberg“.

Doch auch in Eisenach setzten sich die Ideen der Aufklärung durch. 1805 wurde der Galgen beseitigt. Äußerer Anlass war der Besuch des Erbprinzen Carl Friedrich und seiner Gattin Maria Pawlowna.

Auch heute haben Gerichte, Rechtsanwälte Staatsanwälte und Schöffen bei  genügend Fehltritten Recht zu sprechen.


Sabine Wagner und Helga Stange